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Der langsame Walzer
Der Langsame Walzer entwickelte sich in den 20er Jahren in England aus dem Boston und heißt daher auch (English) Waltz. Die linearen Bewegungen des Boston verwandeln sich dabei in raumgreifende Drehungen, in denen das Paar wie ein Pendel von Höhepunkt zu Höhepunkt schwingt. Der Langsame Walzer gilt als der schwierigste Standardtanz und ist auch der meistgeübte. Das weiche Ein - und Ausschwingen zur schmelzenden Musik klassischer Waltz-Melodien macht ihn zum "Tanz des Herzens".
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Der Tango
Der Tango stammt aus Argentinien und ist, dem Stakkato der Musik entsprechend, geprägt vom Wechsel zwischen Aktion und Pause. Die "ruckartigen Aktionen" (von knappen und schnellen Körper-bewegungen begleitete Schritte) werden im Knie weich abgefangen, was dem Tango das Doppelgesicht verhaltener Leidenschaft gibt. Die "gehaltenen Pausen" verhindern "Körperschwung" und damit verbundene Hebungen und Neigungen.
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Der Slow Foxtrott
Der Slowfoxtrott entstand um 1900 aus Ragtime und amerikanischer Marschmusik und entwickelte sich zum Klassiker unter den "englischen Tänzen". Die linearen Schrittmuster, auf natürlicher Gehbewegung basierend, wirken bei kunstvoller musikalischer Interpretation und lässigem "Understatement" sehr faszinierend. Dem kontinuierlichen Bewegungsfluss entsprechend, sind "fließende Posen" besonders "foxy".
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Der Wiener Walzer
Der Wiener Walzer ist mit seinen Varianten (z.B. dem Ländler) ein uralter, vor allem im Alpenraum beheimateter Volkstanz, der wegen seiner "Ungezügeltheit" oft bekämpft wurde. Am Preußischen Hof wurde er 1794 verboten, während er 20 Jahre später auf dem Wiener Kongress Triumphe feierte. In Deutschland wurde er 1932 ins Turnierprogramm aufgenommen. Sein Reiz liegt nicht im Figurenmaterial, sondern im berauschenden Körperschwung.
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Der Quickstep
Der Quickstep entstand Mitte der 20er Jahre, als parallel zum Onestep das Tempo des Foxtrotts beschleunigt wurde. Im Gegensatz zum Langsamen Walzer, mit dem ihn geschlossene Drehungen und Chasses verbinden, ist der Quickstep dadurch charakterisiert, das die Körpergeschwindigkeit bei Slow fast die gleiche ist wie bei Quick oder bei besonders schnellen Schrittfolgen. In der Familie der Standardtänze gilt er als "der Sekt unter den Weinen": perlend in seinen lang gestreckten Bewegungen und spritzig in seinen Hüftschritten.
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Der Samba
Der Samba stammt in seiner stationären Grundform aus Brasilien bzw. aus uralten Kreistänzen der Bantus und wurde in Europa zum variationsreichen Turniertanz entwickelt. In Wiegeschritten und Voltadrehungen, Rollen und Promenadenläufen bewegen sich die Paare wellenförmig durch den Raum. Während die Wellenbewegung früher aus einem Erheben im Bein (Bounce) entstand, wird sie heute mehr durch die Bauchmuskulatur erzeugt.
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Der Cha-Cha-Cha
Der Cha-Cha-Cha stammt aus Kuba. Er wurde von Enrique Jorrin (u.a.) aus dem Mambo entwickelt und 1957 von Gerd und Trude Hädrich nach Deutschland importiert. Er hat viele Elemente aus den anderen Tänzen in sich aufgenommen, besonders aus Jazz, Beat und Disco. Im Cha-Cha kommen übermütige Ausgelassenheit und ein koketter Flirt, durch die starken Hüftbewegungen, zum Ausdruck. Geschwindigkeit, rhythmische Interpretation und die Vielfalt des Cha-Cha-Chas verführt die Tänzer zum Rausch.
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Der Paso Doble
Der Paso Doble ist eine in Spanien und Frankreich entwickelte Darstellung des Stierkampfs mit Einschluss von Flamenco-Elementen. Die Dame stellt nicht den Stier dar, sondern das rote Tuch des Toreros. Herr und Dame bewegen sich also gemeinsam um einen imaginären Stier. Die Musik, ein spanischer Marschtanz, besteht aus einer Einleitung und zwei Hauptteilen mit genau festgelegten Höhepunkten, nach denen sich die Choreographie richtet. Der Tanz erfordert große Präzision und einen durchgehaltenen,
starken Muskeltonus.
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Der Rumba
Sie ist ein afro-kubanischer Werbungstanz: Die Rumba stammt aus dem Mambo-Bolero und ist mit der Habanera verwandt. In Deutschland wurde die Rumba 1932 in das Turnierprogramm aufgenommen. Man tanzt sie im Cuban-Style oder Square-Style. Die Dame schwankt zwischen Hingabe und Flucht, und der Herr zwischen "Zuneigung" und "Selbst-Herrlichkeit". Sie ist der Klassiker unter den Lateintänzen, erfordert Ausdruckskraft und Sparsamkeit der Mittel.
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Der Jive
Der Jive wurde als "Jitterbug" und "Boogie Woogie" (später auch als "Behop") um 1940 von amerikanischen Soldaten nach Europa gebracht, in England zum Jive entwickelt und schließlich in das Turnierprogramm der Lateintänze aufgenommen (Profis national 1968, Amateure national 1973, international 1976). Mit ihrer Off-Beat-Betonung auf "zwei" und "vier" verrät die Musik ihren amerikanischen Ursprung. Der Jive war der "Tobtanz" der Vor-Beat-Generation, aus dem sich auch der akrobatisch-athletische Rock'n'Roll entwickelt hat.
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Bachata
Bachata entstand Anfang der 1960er Jahre als eine Form des kubanischen bzw. karibischen Boleros. Bachata-Musiker nahmen Einflüsse aus anderen Stilen wie dem Merengue auf, das Tempo wurde erhöht und Bachata wurde mehr und mehr als Tanzmusik verstanden. Der gleichnamige Tanz hat in den vergangenen Jahren enorm an Popularität gewonnen. Die Schrittfolge ist einfach: Die Beinbewegung kommt aus den Knien heraus, wobei ein Bein neben das andere gesetzt wird. Dieses "Chassé" wird durchgängig mit Merengue-Hüftbewegung getanzt (pro Taktschlag ein Schritt, also auf 1, 2, 3). Auf der 4 erfolgt das leichte Anheben des Beins, indem die Hüfte einseitig hochgezogen wird, und/oder gleichzeitig ein Doppelschlag vor und zurück mit der Hüfte getanzt wird. Bachata ist kein standardisierter Tanz, d.h. gibt es viele Variationen und Bewegungsabläufe. Da Bachata normalerweise sehr eng und hüftbetont getanzt wird, gehört er zu den erotischsten Tänzen überhaupt. Die "prüdere" europäische Version wird mit Körperabstand getanzt, wobei auch Figuren mit eingebaut werden.
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Salsa
Gleich, wie die Salsa-Musik ist auch der dazugehörige Tanz. Eine Verbindung afrokaribischer und europäischer Tanzstile. Die Ursprünge stammen aus dem englischen Contredanse des 17. Jahrhunderts. In vielen Figuren steht sich das Paar dort in einer ähnlichen Tanzhaltung wie bei den Gesellschaftstänzen gegenüber, in der die Frau ihre linke Hand auf die Schulter des Mannes legt, der Mann mit seiner rechten Hand ihre Hüfte umfasst und die freien Hände sich in der Luft treffen. Ende des 19. Jahrhunderts, individualisierte sich dieser Tanz im Danzón zum Paartanz.
Als Salsa in den 1970er-Jahren in New York zunehmend populärer wurde, bildete sich passend zur neuen Musik auch ein eigener Tanzstil: der New York Style - bestimmt durch die kubanische und puertoricanische Schule und angereichert durch eine Vielzahl anderer Tanzschulelemente. Ende der 80er-Jahre hatte er auch die Westküste der USA erreicht und manifestierte sich dort als L.A.-Style. Allen diesen Stilen gemeinsam ist der Grundschritt und die Basisdrehung des Cross body lead.
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Disco-Fox
Der Discofox ging aus dem Foxtrott hervor, als um 1973 frei improvisierende Discotänzer zur Tanzhaltung zurückkehrten und den klassischen Foxtrott um Elemente aus Swing, Boogie-Woogie und Two-Step bereicherten. Dabei entstand in den USA der Hustle (auch Hussle), in Europa der Discofox, der 1979 in das Welttanzprogramm aufgenommen wurde. Ende der 1980er Jahre manifestierte sich die Bezeichnung Disco Swing, als mehr und mehr Elemente aus anderen Tänzen wie Rock'n'Roll, Boogie Woogie, Swing, Mambo, Salsa und Cha-Cha-Cha in den Discofox integriert wurden.
Der Discofox ist eine Fusion vieler verschiedener Elemente aus anderen Tänzen, weshalb er keine eigenen technischen Elemente entwickelt sondern aus denen anderer Tänzen besteht. So kombiniert er die aus dem Foxtrott abgeleiteten Schrittmuster mit der klassischen Tanzhaltung, der Improvisationsfreiheit des Swing, den Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze, den Wickelfiguren der Salsa und den akrobatischen Figuren des Rock'n'Roll und Boogie Woogie.
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Blues
Blues als Tanz gehört zum Jazz Dance und zum Lindy Hop und teilt mit ihnen den afrikanischen Ursprung. Aber im Blues Dance wird weniger Betonung darauf gelegt, die Bewegungen auf den Zählschlag genau zu beginnen. Das Walking (Gehen) ist der Grundschritt. Die Tänzer können auf der Stelle gehen oder in jede Richtung.
Blues Dance zeigt den ganzen Reichtum der menschlichen Gefühlswelt - von der Trauer bis zur Freude - auf leidenschaftliche Art und Weise, nicht nur Sinnlichkeit. Wer nicht instinktiv auf die Musik, den Partner und die Umgebung reagiert, der gelangt nicht zur wahren Schönheit dieses Tanzes.
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Tango Argentino
Der Tango Argentino zeichnet sich durch eine besondere Tanzphilosophie aus. Er hat eine feste Choreographie und unterscheidet sich vom Standard-Tango neben der deutlich anderen Paarhaltung dadurch, dass er streng genommen nicht einmal "Figuren" wie die Tänze des Welttanzprogramms beinhaltet. Eher sind es verschiedene Schrittelemente und Techniken, die in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden können. Einer der beiden Partner übernimmt die Rolle des Führenden, der andere die Rolle des bzw. der Folgenden. Die Führung zu übernehmen bedeutet, im Verlauf des Tanzes weitgehend zu bestimmen, welche Schritte und Kombinationen getanzt werden und mit welcher Geschwindigkeit das erfolgt. Umgekehrt muss die Person, die folgt, diese Führung akzeptieren und versuchen, die Körperimpulse des Partners so zu interpretieren, dass ein kontinuierlicher Tanzfluss möglich ist. Die Tanzpartner müssen also einen guten Körperkontakt aufnehmen, denn die Übertragung der Impulse soll nicht durch Bewegungen der Hände oder Arme erfolgen, sondern durch den gesamten Oberkörper bzw. über die Schultern. Dabei stehen die Partner immer ein wenig aufeinander zugeneigt. Das Tanzpaar muss immer mit den Oberkörpern direkt voreinander bleiben, damit gewährleistet ist, dass die Übertragung der Impulse unmissverständlich erfolgen kann und sich das Paar bei komplizierteren Schrittfolgen, z. B. bei Drehungen nicht verliert und "aus der Achse fällt". Der Bergriff "Achse" ist ausgesprochen wichtig. Es hat sowohl jeder der Tanzenden als auch das Paar eine eigene Achse; und die Integrität dieser Achsen ist essentiell: Wird die gemeinsame Achse verletzt kann das Ergebnis ein Sturz sein, wird die Achse eines der Tanzenden verletzt wird ein Schritt oder eine Technik massiv verändert (- fortgeschrittene Tänzer können diese Veränderung kontrollieren und daraus spektakuläre Techniken entwickeln). Der argentinische Tango verlangt von seinen Tänzern ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen.
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Merengue
Wahrscheinlicher Ursprung ist ein Tanz, der 1838 - 49 aus Havanna, genannt "Urpa" oder "Upa Habanera" über Puerto Rico nach Santo Domingo gelangt ist. Dieser Tanz hatte einen Satz, der "Merengue" genannt wurde. Genaues lässt sich aber über die Anfänge des Tanzes nicht mehr erfahren. Er wird als Paartanz getanzt. Jeder Taktschlag wird gleichmäßig mit einem Schritt nach vorne, hinten oder zur Seite getanzt. Charakteristisch für den Tanzstil ist bei jedem Schritt eine markante Hüftbewegung. Dadurch erhält der Tanz eine stark sinnliche Komponente. Unterstützt wird dies durch eine sehr körperbetonte Tanzweise - eine offene Tanzhaltung ist eher die Ausnahme. Eine wichtige Rolle spielen bei den Drehungen die Arme, welche einzelne, sehr aufwändige Figuren und Kombinationen erzeugen (sog. "Wickelfiguren").